Trocknungsverhalten des Estrichs

Die Trocknung aller Baustoffe hängt vom Raumklima ab

Ein günstiges Raumklima wird bei ca. 20° C und ca. 50-60 % relativer Luftfeuchte erreicht. Ein 45 mm starker Estrich erreicht bei diesem Raumklima nach 4 Wochen seine Ausgleichsfeuchte. Diese beträgt bei Anhydritestrichen 0,5 % und bei Zementestrichen 2,0 %. Diese Feuchtigkeit ist vom Nachfolgehandwerker durch Messung (CM-Messung) festzustellen. Erst wenn diese erreicht sind, kann ein Bodenbelag aufgebracht werden.

Zementestriche

Zementestriche haben ein relativ hohes Schwindmaß, d.h. die Estrichfläche wird beim Trocknen kleiner. Aus diesem Grund muss bei Zementestrichen sehr langsam und allmählich aufgeheizt werden, um eine zu schnelle Trocknung zu vermeiden.

Erfolgt die Trocknung der Oberfläche zu schnell, so neigt diese dazu, sich zu verformen. Da die Oberfläche schneller trocknen wird als die Unterseite, wird die Oberfläche hierbei kürzer als die Unterseite und es kommt zum sogenannten „Schüsseln“.

Besonderes zu beachten bei Zementestrichen

  • Fenster während der ersten Woche nach Einbau geschlossen halten
  • keinen Durchzug erzeugen
  • im Sommer evtl. den Estrich mit einer PE-Folie abdecken, besonderst im Außenbereich
  • im Winter die ersten 14 Tage nicht zu stark heizen, die Raumtemperatur sollte jedoch 5°C nicht unterschreiten

Anhydritestriche

Anhydritestriche haben ein geringeres Schwindmaß, sodaß dieses vernachlässigt werden kann. Das Phänomen des Schüsselns ist deshalb bei Anhydritestrichen nur bei extrem schneller Trocknung in seltenen Fällen zu beobachten.

Estriche auf Fußbodenheizung müssen nach einem bestimmten Schema auf- und abgeheizt werden, bevor der Belag verlegt wird. Das Aufheizen kann bei Anhydritestrichen nach 7 Tagen erfolgen, bei Zementestrichen erst nach 21 Tagen.

Nachbehandlung von Estrichen: demnächst erhalten Sie Ihren Estrich. Sie sollten berücksichtigen, dass der Estrich das am stärksten beanspruchte Bauteil am Bau ist. Dementsprechend braucht es auch eine besondere Behandlung. Bitte gehen Sie wie folgt vor:

Besonderes, zu beachten bei Anhydritestrichen

  • nach 3 Tagen Estrich belüften, allerdings keinen Durchzug erzeugen.
  • es kann geheizt werden, jedoch sollte die Temperatur im Raum nicht unter 5 Grad fallen

Allgemeines über Estrich

Zement- und Anhydritestriche sind nach 3 Tagen begehbar und nach 7 Tagen voll belastbar. Die Erhärtungsphase des Estrichs endet nach 28 Tagen. Je nach Dicke des Estrichs und Witterungsbedingungen kann ein Bodenbelag nach ca. 4-8 Wochen aufgebracht werden. Entscheidend ist die Restfeuchte des Estrichs, die durch den Belagsverleger mittels eines CM-Messgerätes festgestellt wird.

Bitte achten Sie darauf, dass bei der Verlegung des Bodenbelags die Randfuge (Randdämmstreifen) übernommen wird, d.h. die Randfuge muß sauber bleiben und in der gleichen Stärke im Bodenbelag vorhanden sein. Dies geschieht am Besten, wenn der Randdämmstreifen erst nach der Verlegung des Bodenbelags bzw. der Spachtelmasse abgeschnitten wird.